Ratgeber · Preise

Brennholzpreise 2026: Was kostet ein Ster Brennholz?

Kaum eine Frage bekommen Brennholzverkäufer so oft gestellt wie diese. Eine ehrliche Antwort: Es kommt auf Holzart, Region, Trockenheitsgrad und Menge an. Hier eine Orientierung, mit der du rechnen kannst.

Von Alexander HinzeZuletzt geprüft am
Hinweis: Die folgenden Preisspannen sind grobe Richtwerte aus dem Markt, keine verbindliche Kalkulation. Zwischen Regionen, Anbietern und Jahrgängen liegen erhebliche Unterschiede. Stand 2026, ohne Gewähr.

Was kostet ein Ster (Raummeter) Brennholz?

Für ofenfertiges Hartholz wie Buche oder Eiche liegen die Preise je Ster in vielen Regionen grob zwischen 90 € und 140 €. Für Weichholz wie Fichte oder Kiefer bewegt sich die Spanne meist zwischen 60 € und 100 €. Frisch geschlagenes, noch nicht abgelagertes Holz ist günstiger, dafür trägt der Käufer die restliche Trocknungszeit selbst.

Richtwerte je Ster (Raummeter), gespalten und auf 33 cm, inkl. USt., ab Hof.
HolzartOfenfertig (≤ 20 %)Lufttrocken (~25 %)Frisch (waldfrisch)
Buche100–140 €80–110 €60–85 €
Eiche95–135 €80–105 €60–80 €
Esche, Ahorn, Birke90–125 €75–100 €55–80 €
Fichte, Tanne60–90 €50–75 €40–60 €
Kiefer, Lärche65–100 €55–80 €45–65 €
Mischholz („Restholz“)70–105 €60–85 €45–70 €

Zwei Angaben entscheiden mehr über den Preis als die Holzart selbst: die Einheit und die Scheitlänge. Ein Angebot in Schüttraummeter wirkt günstiger als eines in Ster, obwohl weniger Holz drinsteckt. Und 25-cm-Scheite kosten pro Ster mehr als 50-cm-Scheite, weil häufiger geschnitten und gespalten werden muss und weil kurze Scheite lockerer im Stapel liegen.

Preise nach Einheit: Ster, Schüttraummeter, Festmeter

Dieselbe Menge Holz trägt je nach Bezugsgröße einen völlig anderen Preis. Umgerechnet für ofenfertige Buche, 33 cm:

Dieselbe Buche, drei Bezugsgrößen. Umrechnung mit den üblichen Richtfaktoren.
EinheitWas gemeint istTypischer Preis
Ster / Raummeter (rm)1 m³ geschichtetes Scheitholz, inkl. Luft zwischen den Scheiten100–140 €
Schüttraummeter (srm)1 m³ lose geschüttet, deutlich mehr Luft als im Stapel65–95 €
Festmeter (fm)1 m³ reine Holzmasse, ohne jeden Zwischenraum145–200 €
Kilogramm (trocken)Gewicht bei ~20 % Restfeuchte, im Handel eher unüblich0,20–0,30 €

Wer Angebote vergleichen will, muss sie zuerst auf dieselbe Einheit bringen. Der Raummaß-Umrechner rechnet Ster, Schüttraummeter und Festmeter unter Berücksichtigung der Scheitlänge um; der Preisrechner stellt zwei Angebote direkt gegenüber.

Was den Brennholzpreis beeinflusst

Holzart und Heizwert

Hartholz brennt länger und liefert je Ster mehr Energie als Weichholz — das ist der eigentliche Grund für den Preisunterschied. Buche bringt rund 1.900 bis 2.100 kWh je Ster, Fichte je nach Quelle nur etwa 1.300 bis 1.500 kWh. Wer den Preis pro Kilowattstunde rechnet statt pro Ster, stellt oft fest, dass Fichte gar nicht so günstig ist, wie sie aussieht. Die Werte je Holzart stehen im Heizwert-Vergleich.

Trocknungsgrad

Der größte einzelne Preishebel. Zwischen waldfrisch und ofenfertig liegen häufig 40 bis 60 Prozent Aufschlag — und das zu Recht: Der Verkäufer bindet ein bis zwei Jahre lang Kapital und Lagerfläche, und er trägt das Risiko, dass eine Charge nicht sauber durchtrocknet. Wie lange welche Holzart braucht, steht im Ratgeber Brennholz trocknen und Restfeuchte messen.

Aufbereitung und Scheitlänge

Meterstücke ab Waldstraße, Selbstwerbung auf dem Stock, gespaltene 25-cm-Scheite in der Gitterbox: Das sind drei verschiedene Produkte. Je kürzer, sortenreiner und sauberer verpackt, desto höher der Preis pro Ster. Ein Meterstück-Angebot lässt sich mit einem Angebot für ofenfertige 25er nicht direkt vergleichen.

Menge, Lieferung und Region

Ab etwa fünf Ster fällt der Preis pro Einheit spürbar, weil sich die Anfahrt besser verteilt. Umgekehrt schlägt eine Einzellieferung von einem Ster über 30 Kilometer schnell mit 20 bis 40 € zu Buche. Regional sind Süddeutschland und Alpenraum tendenziell teurer als waldreiche, dünn besiedelte Gegenden im Nordosten.

Saison

Die Nachfrage zieht ab September an und bricht im März ein. Wer im Frühjahr und Sommer einkauft, zahlt weniger — und bekommt zugleich Holz, das bis zur Heizperiode noch nachtrocknen kann. Für Verkäufer ist das Sommergeschäft entsprechend das mit dem größeren Verhandlungsspielraum beim Kunden.

Deinen eigenen Verkaufspreis kalkulieren

Der Marktpreis sagt dir, was durchsetzbar ist. Ob es sich lohnt, sagt dir nur deine eigene Rechnung. Eine belastbare Kalkulation je Ster hat vier Blöcke:

  1. Rohholz: Einkaufspreis je Festmeter oder der Selbstwerbungspreis, umgerechnet auf den Ster.
  2. Aufarbeitung: Sägen, Spalten, Stapeln. Rechne mit deinen tatsächlichen Stunden und einem Stundensatz, den du auch woanders bekommen würdest — plus Maschinenkosten, Sprit und Kettenverschleiß.
  3. Lagerung: ein bis zwei Jahre gebundenes Kapital und belegte Fläche, dazu Schwund und Ausschuss.
  4. Lieferung: Kilometer, Zeit und Abladen.
Beispielrechnung für einen Ster ofenfertige Buche, 33 cm. Ersetze die Zahlen durch deine eigenen.
PositionBetragAnmerkung
Rohholz32 €0,7 fm à ~46 €/fm ab Waldstraße
Sägen & Spalten25 €ca. 1 Std. inkl. Maschine
Stapeln & Umschlag10 €ca. 0,4 Std.
Lagerung & Kapitalbindung8 €2 Jahre Fläche, Schwund
Lieferung (anteilig)12 €bei 5 Ster je Fuhre, 20 km
Summe Selbstkosten87 €vor Marge und Steuern
Verkaufspreis115 €≈ 32 % Aufschlag

Wer diese Rechnung einmal gemacht hat, merkt schnell, wo die üblichen Fehler liegen: Die eigene Arbeitszeit wird gar nicht angesetzt, und die Lagerzeit gilt als kostenlos, weil die Fläche „ja sowieso da ist“. Beides zusammen erklärt, warum sich mancher Betrieb über Jahre unter Wert verkauft.

Umsatzsteuer: Was steht auf der Rechnung?

Brennholz fällt in Deutschland unter den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent (Anlage 2 zum UStG). Bei Privatkunden werden Preise üblicherweise brutto kommuniziert — 115 € „inklusive“ sind also rund 107,48 € netto plus 7,52 € Umsatzsteuer. Wer als Kleinunternehmer nach § 19 UStG abrechnet, weist keine Umsatzsteuer aus und muss stattdessen den vorgeschriebenen Hinweis auf die Rechnung setzen. Was das für die Preisgestaltung bedeutet, steht im Ratgeber Brennholz verkaufen: Gewerbe, Steuer und Kleinunternehmer.

Preise sauber festhalten statt jedes Mal neu schätzen

Der häufigste Grund für schwankende Preise ist kein Kalkulationsfehler, sondern fehlende Ordnung: Der Preis entsteht im Gespräch am Telefon, wird auf einem Zettel notiert und beim nächsten Kunden anders erinnert. Eine feste Preisliste je Holzart, Einheit und Scheitlänge beendet das.

In Klafterly hinterlegst du diese Liste einmal. Bei jeder neuen Bestellung schlägt die Software den passenden Preis vor — bereits umgerechnet auf die Einheit, in der dein Kunde bestellt. Aus derselben Bestellung entsteht dann per Klick die fertige PDF-Rechnung, mit Umsatzsteuer oder §19-Hinweis, ohne dass irgendwo doppelt getippt wird.

Ein Preis, konsequent angewendet

Klafterly schlägt bei jeder Bestellung automatisch den richtigen Preis aus deiner Preisliste vor. 30 Tage kostenlos testen.

Keine Zahlungsdaten nötig · Jederzeit kündbar